#Mädchenfang #NetGalleyDE

An der Küste von Vancouver Island wird ein Kinderfuß angeschwemmt, der in einem lila Turnschuh steckt. Der grausige Fund ist ein Fall für James Maddocks und Angie Pallorino von der Mordkommission. Doch bevor sie die Ermittlungen aufnehmen können, wird die taffe Angie wegen ihrer wiederholten Alleingänge an den Schreibtisch verbannt. Lange hält sie es dort nicht aus, auch wenn sie dort die Ressourcen der Polizei nutzt, um endlich das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen. Erst als ihre Spurensuche sich mit Maddocks’ Fall kreuzt, erkennt sie, dass die Wahrheit sie nicht nur ihren Job, sondern auch das Leben kosten könnte …

Meine Meinung:

Ein sehr spannender Thriller, der hinsichtlich der Erzählstränge keinerlei Wünsche offen lässt. Alles roten Fäden laufen sanft und ineinander verwoben einem sehr dramatischen Ende zu.
Es geht vorrangig um Mädchenhandel, wobei dieser Fall in den Hintergrund gerät, da Angie ganz und gar von ihrer Vergangenheit heimgesucht wird. Und da muss sie wirklich viele schlimme Nachrichten einstecken. Dieser Handlungsstrang schiebt sich irgendwann komplett in den Vordergrund, was ich aber nicht so schlimm fand, da Angie ihre Geschichte unbedingt erzählen muss. Ich mochte das Zusammensiel von sehr ruhigem Ermittlungsfall und dramatischem Alleingängerfall. Was ich nicht so gerne mochte, war die Protagonistin an sich. Zu wütend, zu kaputt und zu unbeherrscht kam sie mir manchmal sehr kindisch vor. Aber in der Nachbetrachtung ist das dann doch okay für mich, hatte man sie doch komplett ihrer frühen Kindheit beraubt und sie muss mit vielen bösen Erinnerungen klarkommen. Was mich noch ein wenig gestört hat, war die Angewohnheit alle Protagonisten nur mit dem Nachnamen anzusprechen. Da komme ich schnell durcheinander.
Aber dies sind nur Kleinigkeiten, die nicht ins Gewicht fallen. In der Summe ist dieses Buch ein grandios durchdachter Thriller, den man selten aus der Hand legen kann.