Achtung geteilte Rezension:

Bretonisch mit Meerblick hat mich einerseits schwer begeistert, andererseits wutschnaubend zurückgelassen

Beginnen werde ich mit der Begeisterung:

Das Buch ist wahrlich traumhaft. Wunderschöne Landschaftsbeschreibungen einer Gegend die recht speziell ist und in der auch sehr viele wundersame Menschen leben. Da hat Tereza mächtig viel zu entdecken und zu erleben. Auch die Geschichte rund um ihre Villa ist toll. Verwunschen, ruinös aber dennoch prachtvoll ist das Haus das Tereza erbt ein Abbild ihres Selbst. So werden die beiden auch irgendwann Freunde, und Tereza beschließt zu bleiben. Begeistert hat mich auch der Sprachstil. So wundervoll blumige Worte, eingebettet in perfekte Syntax. Ich wage in der heutigen Zeit der Sprachverrohung kaum noch an solch wundervolle Bücher zu glauben und freue mich sehr, wenn ich mal eins erwische. Tereza macht eine Wandlung, durch die man als Leser sehr gut nachvollziehen kann, wird sie doch eigenständig, rational und dennoch beginnt sie zu träumen. Von einem Leben in Frankreich. Trotz aller Widrigkeiten. So ist dieses Buch eine traumhafte Anleitung für jede Frau sich Wünsche zu erfüllen und den eigenen Weg gehen zu wollen.

Und nun die Wut:

Dieses Buch ist alles, was ich im obigen Absatz erklärt habe, jedoch für mich kein Krimi. Ja, da liegen tatsächlich ein paar Leichen am Strand. Und es ermittelt auch irgendwie jemand mal ein bisschen. Eventuell? Das bekommt man in dem Buch gar nicht so recht mit. Da knattert ab und zu mal ein Polizist umher, der die Protagonistin irgendetwas fragt, aber keine dieser Fragen oder Ermittlungsansätze ist in irgendeiner Art und Weise aufklärend. Und all die Nebenfiguren haben mich massiv verwirrt. Zumal das Buch auch in einem fremden Land spielt und mir die Namensgebungen nicht geläufig sind. Da habe ich tatsächlich irgendwann auf Durchzug geschaltet. War mir dann egal wann wer mit wem in der Kiste war und wer nicht. Außerdem ist Terezas Ermittlungsarbeit so verworren, dass ich ihr nie folgen konnte. Da fehlen sprachlich einige Nebensätze für die Fallanalytikerin in mir. Und häppchenweise wurde die Weisheit des Dorfzusammenlebens dann auch noch verteilt. Von jedem Nebenprotagonisten ein bisschen, unzusammenhängend. Eingebettet in die nächste Mahlzeit.

Fazit: Fünf Sterne für eine absolut wunderbare Frauengeschichte, die ich sehr genossen habe, aber leider nur einen Stern für eine desolate Krimihandlung, die ich kaum als Plot erkennen konnte.

Leseempfehlung: Für Krimifans nur bedingt geeignet, es sei denn man steht auf Cosy – Crime zum selber raten, aber für alle die gerne eine tolle Frauen – Selbstfindungsgeschichte in toller Kulisse lesen möchten: Eine glasklare Leseempfehlung. Macht insgesamt drei Sterne.