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Raus aufs Land mit Kind und Kegel: ein großes analoges Abenteuer.

Wie so viele Mütter befürchtet auch Susanne Veit, dass ihre Kinder vor lauter Social Media und Online-Games irgendwann nicht mehr wissen, wie Schneeflocken schmecken und Lavendel duftet. Allen Unkenrufen zum Trotz wagt sie den Schritt aufs Land, kauft Hasen und Hühner und legt einen Gemüsegarten an. Eine Reise beginnt, die die fünfköpfige Familie grundlegend verändert.

Der Bericht einer Mutter, deren Kinder heute Holz hacken, Weidenzäune spannen und für die Hühner Würmer suchen. Das Buch ermutigt die Leser, ein Leben jenseits digitaler Zerstreuungen zu führen und die Natur wieder ein Stück weit in den Familienalltag zu holen. Denn kaum etwas schweißt eine Familie so sehr zusammen wie die Herausforderungen auf einer eigenen Mini-Farm.

Meine Meinung zu diesem Buch ist sehr zwiegespalten. Ich bin selber durch und durch Landkind, auf einem Bauernhof groß geworden, und verstehe jeden einzelnen Beweggrund der Autorin nur zu gut. Und jeder hat bitteschön das Recht so zu leben wie er mag. Meine Kritik an diesem Buch geht eher in Richtung Aufbau und Stil. Frau Veit sagt über sich selber, sie sei freie Journalistin. Okay, und hier setzt meine Kritik an. Die Kapitel sind nicht chronologisch. Im Mittelteil des Buches ist der Hund da, und wird erwähnt, zum Ende kommt das Kapitel über den Hundekauf. Zwischendurch ist der Sohn sechzehn, dann wieder dreizehn. Das hätte besser gegliedert sein können und müssen. Außerdem fehlen mir sämtliche Hintergründe. Die Autorin sagt lapidar, sie sehne sich nach einem Leben wie in ihrer Kindheit. Nichts weiter. Da fehlt mir eine Masse an Hintergrundinfo um sie und ihre Beweggründe zu verstehen. Was arbeitet ihr Mann? Wie ist er aufgewachsen? Wie haben sich die beiden kennengelernt? Wie geht ihr Mann damit um, dass sie so oft bestimmt? Das Buch ist absolut unemotional in all diesen Dingen. Selbst die Kinder tun mir leid. Alles wird zwar diskutiert, aber es steht nirgendwo, dass sie nach dem Tod eines geliebten Tieres geherzt, gedrückt, getröstet werden. Es liest sich nicht wie ein” emotionales Buch über ein glückliches Leben„, sondern eher wie eine Bedienungsanleitung. Die Autorin versucht viel zu rechtfertigen über Studien und dass sie sich gut informiert hat, allerdings fehlt auch hier wieder jegliche Emotionalität. Das wirkt eher erdrückend und bestimmend als sympathisch.
Über die Tatsachen die in diesem Buch beschrieben werden mag ich keine Meinung abgeben, da jeder Mensch nach seinem eigenen Gusto glücklich sein mag, aber handwerklich ist es vielleicht nicht Mist, aber Grütze. Auch hier fehlt mir jegliche Hintergrundinformation. Welche Art Artikel schreibt Frau Veit normalerweise? Damit ließe sich der absolut unemotionale Schreibstil eventuell erklären.
Sorry, aber dieses Buch hat meinen Geschmack leider gar nicht getroffen. Zu belehrend und zu unemotional für meinen Geschmack.