#rezensionsexemplar # netgalley # aufbauverlag

Dieses Buch hinterlässt mich tief gespalten. Das Buch hat alles, was ein toller englischer Krimi braucht. Atmosphäre und englisches Kleinstadtflair. Ein tolles Ermittlerteam und einen richtig spannenden Kriminalfall. Es war für mich als Leser absolut unmöglich die Auflösung zu erraten. Wow,eine Wendung jagte die Nächste und dies alles in einem atemberaubenden Tempo. Zudem fand ich schön, dass Ermittlungsergebnisse in Natura (also SMS als SMS, Protokolle als Protokolle) im Buch erschienen sind.
Allerdings machte der Sprachstil viel dieser Atmosphäre kaputt. Für mich war es das erste Buch der Autorin und keine einzige Person wurde irgendwie eingeführt. Sie waren in meinem Kopfkino alle strukturlose Strichmännchen, ohne Altersangabe, Aussehen oder sonstige Lebensumstände. Alles wurde fein säuberlich in die Handlung hineingeträufelt, allerdings so sparsam und zu unglücklichen Zeitpunkten, dass ich sehr oft überlegen musste welcher Protagonist wohl gerade gemeint sein könnte. Hinzu kommt noch, dass die Kapitel willkürlich springen, man weiß also nicht genau wo in der Handlung man sich als Leser gerade befindet. Und am schlimmsten fand ich die perspektivischen Sprünge. Es ist sehr befremdlich, wenn ein Buch in der dritten Person erzählt wird und der Hauptermittler ständig in der ersten Person dazwischen quatscht. Dies führte dazu, dass ich sehr oft zurückblättern musste, um zu schauen, wer jetzt mit wem redet und warum. Für diese wahrlich anspruchsvollen Perspektivenwechsel war der Kriminalfall einfach viel zu komplex. Einige Logiklöchlein sind ebenso zu finden, wie viele Rechtschreibfehler.

Fazit: Mehr Ruhe in den Perspektiven hätte diesem wahnsinnig tollen Kriminalfall gutgetan, so war es mir zu wild, durcheinander und zu wuselig. Dadurch, dass die Protagonisten nicht beschrieben wurden werde ich mich nicht an sie erinnern können.
Fazit: Wer einen tollen englischen Krimi mit einer großen” nichts ist, wie es scheint” Botschaft lesen mag ist hier gut bedient.